Positive Rezension in THE STRAD

By 5. Dezember 2019News

In der November-Ausgabe 2019 hat das weltweit renommierte Streicher-Fachmagazin THE STRAD eine sehr positive Rezension über das Notenheft „So macht Violintechnik Spaß“ von Kerstin Wartberg veröffentlicht, die wir Ihnen hier in einer deutschen Übersetzung vorstellen möchten.

Kerstin Wartberg

So macht Violintechnik Spaß / Enjoying Violin Technique

Intermediate Level:
Basic Exercises with Piano Arrangements by David Andruss

74PP ISBN 9783946872009

ISTEX MUSIC PUBLICATIONS   €19.80

Alle Geigenlehrer wissen, dass wir mit unseren fortgeschrittenen Schülern technische Übungen durchführen soll­ten, aber es ist oft schwierig zu wissen, wo wir anfangen sollen. Schüler, die mit leichter zu bewältigenden Veröffent­lichungen wie denen von Mary Cohen und Herbert Kinsey aufgewachsen sind, werden es nicht unbedingt akzeptieren, wenn ihnen das Gesamtwerk von Ševčík und anderen Hardcore-Pädagogen prä­sentiert wird, und selbst Simon Fischers hoch angesehene Wälzer sind für jüngere Spieler eher beängstigend. Kerstin Wart­bergs Enjoying Violin Technique ist ein Band, der die Lücke schließen könnte. Er richtet sich an „Junge Geigenschüler der Mittelstufe“ und enthält eine Reihe von technischen Übungen, einige von ihr selbst verfasste und andere, die von Geigern der Vergangenheit und Gegen­wart übernommen wurden – Flesch, Heifetz, Galamian, DeLay und Perlman werden alle erwähnt – und Fischers Ein­fluss ist überall zu spüren. Es gibt zehn Kapitel, die sich jeweils auf einen anderen Punkt der Technik konzentrieren, und jede Übung hat eine herunterladbare mp3-Begleitung. Die Idee dahinter ist, sagt die Autorin, dass „das Zusammen­spiel mit dem Klavier […..] die [Schüler] sehr motiviert und ermutigt, kon­zentrierter zu üben“. Schon aus der ersten Übung im Buch (einoktavige Skalen in der ersten bis sechsten Lage) wird klar, dass der Schüler ein ernsthaftes und sach­lich richtiges Projekt startet. Das Thema Lagenwechsel wird durch eine sinnvol­le Adaption von Ševčík op.8 abgedeckt, und Skalen und Arpeggien im Flesch-Stil auf einer Saite führen den Schüler bis in die achte Lage. Skalen über drei Oktaven und Arpeggien bis C werden ebenfalls behandelt. Der Abschnitt über Vibrato ist wortreich, aber es lohnt sich, und die beiden Originalstudien in diesem Kapitel ergänzen die Übungen perfekt. Kreutzer erscheint gegen Ende des Buches in einer angepassten Version von Nr. 15, und es gibt ein intensives Kapitel über Doppel­griffe, das nichts für schwache Nerven ist. Dabei sind die Klavierbegleitungen genau richtig – sie machen Spaß beim Mitspie­len, unterstützen und fördern den Spieler, ohne von der anstehenden Auf­gabe abzulenken. Das Buch ist voll von soliden Erklärungen, und die Übungs­tipps sind hilfreich. Nicht alles im Buch wird jedem Lehrer wichtig erscheinen, und mancher könnte sich dafür ent­scheiden, Abschnitte wie die hinsichtlich Blockfingersätzen und Daumen-geführ­ten Abwärtsbewegungen zu überspringen oder anzupassen.

Ein paar kleine Mecker­einheiten: Das niedrig aufgelöste Titelbild schmälert den ersten Eindruck, und viele verschiedene Schriften verursachen einen etwas überladenen Eindruck. Die CD mit mp3-Dateien erscheint sinnlos, da ein Link zu den Audiodateien im Buch enthalten ist. Eine Audio-CD hätte nützlich sein können, obwohl CD-Player aus der Mode gekom­men sind, und es könnte sich für den Autor lohnen, bei der nächsten Auflage eine Spoti­fy-Playlist oder etwas Ähnliches in Betracht zu ziehen. Der Text ist wortreich, und die Übersetzung ins Englische aus dem deut­schen Originaltext ist manchmal ein wenig pittoresk, aber der Gesamteindruck ist ernst­haft und durchaus herzerwärmend: „Lieber Geigenlehrer, ich möchte Ihnen versichern, dass sich Ihre Schüler durch regelmä­ßiges Üben mit diesem Material deut­lich verbessern werden und dass Sie mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein werden“. Wenn Sie eine Auswahl von etwa einem Dutzend Lieblings­übungen von Geigenlehrern zusam­menfügen, dürfte das Endprodukt wahrscheinlich ziemlich ähnlich wie dieses Buch sein. Es richtet sich an ernsthafte junge Schülerinnen und Schüler ab der 6. Stufe (englisches Sys­tem), die sich bereit fühlen für die Her­ausforderung, ihre Geige systematisch zu erforschen. Ich werde es sicherlich in meinem Unterricht verwenden und freue mich sehr auf den zwei­ten (noch unveröffentlichten) Band.

CELIA COBB

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